29. Mai 2021 - Aschbuch

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29. Mai 2021

Kirche
Predigt zum vom Dreifaltigkeits-Sonntag am Samstag den 29. März 2021 in der Pfarrkirche in Kirchbuch
Prediger: Hanke Andreas (Bild rchts)
Alle, die sich vom Geist Gottes leiten lassen, sind Kinder Gottes.
Der Geist selber bezeugt unserem Geist,
dass wir Kinder Gottes sind.
Sind wir aber Kinder, dann auch Erben:
Erben Gottes und Miterben Christi,
wenn wir mit ihm leiden, um mit ihm auch verherrlicht zu werden.
(Röm 8,14.16-17)

Die Älteren von Ihnen werden ihn vielleicht noch kennen:
den grünen Katechismus.
Früher im Religionsunterricht
haben ihn die Kinder auswendig lernen müssen.
Und wenn sie was nicht gekonnt haben,
haben sie oft vom Pfarrer Schläge bekommen.

In diesem Katechismus heißt es gleich am Anfang:
Wir sollen als Kinder Gottes leben
und unsere Aufgabe auf Erden erfüllen.
Und was dann gut zur Lesung heute passt:
Das Gnadenleben macht uns zu Kindern Gottes.

Wir Menschen als Kinder oder Söhne Gottes,
im heutigen Sprachgebrauch auch Töchter Gottes,
Gott als unser Vater, oder auch unsere Mutter,
wie es modernere Theologen dazwischen gern sagen:
ein beliebtes Bild in der Bibel und im kirchlichen Sprachgebrauch.
Gegen dieses Bild wehren sich heute aber auch viele.
Es riecht so nach Abhängigkeit und Gehorchen-Müssen.
Vielleicht weckt es auch ungute Erinnerungen
an eigene strenge Eltern.

Manche von Ihnen werden ihre Eltern,
besonders ihren Vater, als streng in Erinnerung haben.
Mancher ist auch öfter hart bestraft worden.
Und doch dürften die meisten von Ihnen
ihre Eltern doch irgendwie lieb haben.
Und wenn ein Elternteil stirbt, dann tut das weh.
Es ist ein großer persönlicher Verlust.

So wie mit Eltern und Kindern,
so verhält es sich auch mit Gott und uns.
Das deutet Paulus in der Lesung heute zu Dreifaltigkeit an:
Gott als unser Vater, wir als Kinder Gottes.
Damit sucht er eine Antwort auf die Frage:
Was ist Gott für uns? Und was sind wir für Gott?

Den Vergleich kann man in vielen Punkten anstellen.
Schon gleich mit der Geburt:
Mein Vater und meine Mutter sind der Grund, warum ich jetzt da bin.
Sie haben sich lieb gehabt,
Geschlechtsverkehr miteinander gehabt,
wie man heute so trocken sagt,
und neun Monate später habe ich ihnen als Baby die Ohren vollgebrüllt.
Und seitdem lebe ich auf dieser Erde.

Ähnlich ist es auch mit Gott:
Dass ich leben darf, dass ich als lebendiger Mensch
aus der Liebe meiner Eltern entstanden bin,
das verdanke ich Gott.
Gott, er ist der Vater des Lebens, der alles Leben schenkt
und der uns dieses Leben immer wieder neu schenkt
aus Liebe zu uns Menschen.

Eltern lieben normalerweise ihre Kinder.
Aber aus Liebe müssen sie manchmal auch strafen.
Früher haben gerade die Väter öfter kräftig zugelangt,
wenn die Kinder etwas angestellt haben.
Und manche Kinder, besonders Jungs, haben buchstäblich
um die eine oder andere Watschn gebettelt.
Auch ich habe von meinem Vater
ab und zu eine Watschn gefangen.
Und doch hat mein Vater mich gemocht.
Und ich habe meinen Vater gemocht.

Ähnlich ist es auch mit Gott und uns.
Gott mag uns. Er hat uns Menschen lieb,
auch wenn es nicht immer so scheint,
auch wenn wir uns manchmal von Gott gestraft vorkommen.
Und dass Gott uns wirklich mag,
das hat uns Jesus Christus gezeigt mit seinem Tod am Kreuz,
zu den er sagt: Es gibt keine größere Liebe,
als wenn einer sein Leben hingibt für seine Freunde.
Und Gott wartet auch darauf, dass wir ihn lieb gewinnen,
ihn so schätzen, wie wir im Grunde genommen
unseren Vater und unsere Mutter schätzen.

Kinder müssen mit der Zeit immer selbständiger werden.
Schon ein Kleinkind, sobald es laufen kann:
Das läuft mal hier, mal dort hin,
räumt Schubladen aus, probiert das und das.
Manche leidgeprüfte Mutter kann ein Lied davon singen.
Jugendliche später, die fragen dann schon gar nicht mehr,
wohin sie gehen dürfen, wie lange sie wegbleiben dürfen.
Für manche Eltern ein Grund zur Sorge,
so wie es auch für die Jugendlichen ärgerlich ist,
wenn ihnen die Eltern dauernd nachlaufen und dauernd fragen.

Ähnlich ist es auch mit Gott und uns.
Gott lässt auch uns frei laufen.
Wir dürfen unser Leben frei selber gestalten.
Ihr habt nicht einen Geist der Knechtschaft empfangen,
sodass ihr immer noch Furcht haben müsstet…
Kind Gottes zu sein, das ist keine Gängelei.
Gott zwingt uns nicht zu irgend etwas.
Da kommt kein Blitz vom Himmel, wenn einer etwas anstellt,
oder wenn einer nicht mehr glaubt
und nicht mehr zur Kirche geht.
Manchmal müssen wir dann auch Entscheidungen treffen,
von denen wir die Folgen nicht überschauen können.
Da kommt dann auch keine Stimme vom Himmel
und sagt uns, was gut und richtig ist.
In dem Fall kann dieser Freiheit für uns sogar zur Last werden.

Eltern sind für ihre Kinder der Zufluchtsort.
Besonders für die kleinen Kinder:
Sobald ihnen etwas nicht geheuer ist,
kommen sie gleich in die Arme der Mama gerannt.
Später ist dann das Elternhaus bei vielen
so etwas wie eine Heimat.

Ähnlich ist es auch mit Gott und uns.
Gerade wenn es im Alltag Probleme gibt,
kann das Gespräch mit Gott, das Gebet, eine Zuflucht sein.
Es tut gut, Gott bitten zu dürfen, dass alles gut geht.
Und nicht umsonst sagen wir Christen:
Eine wirkliche Heimat, wo uns nichts mehr bedroht,
die haben wir erst nach diesem Leben im sogenannten Himmel,
wenn wir dann ganz enge, richtige Gemeinschaft mit Gott
in einem neuen Dasein bekommen sollen.

Wo lernen Kinder am meisten?
Normalerweise von den Eltern.
Gerade die Erziehung und das Vorbild der Eltern prägen für das Leben.
Nicht umsonst heißt das Sprichwort:
Wie der Vater, so der Sohn.
Oder wie eine Lehrerin in Königstein gern gesagt hat:
Der Apfel fällt nicht weit vom Birnbaum.
Ähnlich ist es auch mit Gott und uns.
Alle, die sich vom Geist Gottes leiten lassen, sind Kinder Gottes.
Christen, die es ernst meinen,
sind doch irgendwie von Gott und seinem Geist geprägt.
Sie versuchen in diesem Geist zu leben:
Sie halten den Kontakt mit Gott aufrecht in Gebet und Gottesdienst.
Sie versuchen zu ihren Mitmenschen gut zu sein.
Sie können auch verzichten, nachgeben, sich versöhnen.

Sie versuchen in dem selben Geist zu leben,
in dem auch Jesus Christus, der Sohn Gottes, gelebt hat.
Auch wenn es manchmal leiden bedeutet:
Zu kurz zu kommen, out zu sein.
Das ist Jesus auch passiert.
Sie versuchen im Geist Gottes zu leben,
weil sie eine große Hoffnung haben:
Erben Gottes zu werden.

Kinder beerben im Normalfall ihre Eltern.
Den Menschen, die man lieb hat,
und das sind meistens die eigenen Kinder,
denen gibt man als Erbe das, was einem gehört.

Ähnlich ist es auch mit Gott und uns,
wenn Paulus in der Lesung sagt:
Sind wir Kinder, dann auch Erben,
Erben Gottes und Miterben Christi.
Von Gott erben können wir den Himmel, das ewige Glück.
Immer teilnehmen dürfen an der sogenannten Herrlichkeit,
von Gott einmal das Leben bekommen, das Gott selber hat,
das können wir uns zwar jetzt nicht so recht vorstellen.
Wir wissen nur, dass es dort nur Glück und Zufriedenheit geben soll,
aber nichts mehr, was uns jetzt Not und Sorgen macht.

Teilnehmen dürfen an der Herrlichkeit Gottes,
das ist das, worauf wir als Christen zuleben
als Kinder unseres Gottes als Vater.
Dazu hat er uns als Sohn
durch seine Auferstehung den Weg frei gemacht.
Dazu sollen wir uns bemühen, in seinem Geist zu leben:
im Heiligen Geist, den er uns zugesagt hat.


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