27. Juni 2021 - Aschbuch

Der Ort und seine Vereine
Direkt zum Seiteninhalt

27. Juni 2021

Kirche
Predigt zum 13. Sonntag im Jahreskreis am 27. Juni 2021 in der Pfarrkirche in Kirchbuch
Prediger: Pfarrer Edward Kabba (Bild rechts)
Predigt zum 13. Sonntag im Jahreskreis

Liebe Schwestern und Brüder!
Mitten in die spannende Geschichte von der Auferweckung der Tochter des Jairus erzählt Markus von einer abergläubischen Frau. Die glaubt tatsächlich, sie musste Jesus nur berühren, und sie würde geheilt werden. Das ist ein typisch magisches Denken. Und dass das nicht richtig ist, weiß jeder von uns.
Wir wissen inzwischen, als aufgeklärte Menschen: Weihewasser ist nur ein Zeichen, Lourdeswasser genauso; mit dem Kreuz können wir keine Vampire vertreiben, und ein Christopherus im Auto schütz auch nicht vor Unfällen. Die wundertätige Medaille darf eigentlich gar nicht so heißen, und der Wettersegen aus der Kirche bewahrt auch nicht vor Blitz und Hagel. Wenn jemand hilft, dann ist das Gott, und den brauchen wir nur zu bitten. Alles andere ist Brimborium und Aberglauben.
Wir aufgeklärten Menschen haben es manchmal sogar getrieben, dass selbst die Kommunion nur noch ein Zeichen ist, das weder Kraft schenkt noch Vergebung der Sünden. Das wäre ja auch sonst Magie. Alles was geschieht, soll letztlich ein Akt des Glaubens sein. Gott tut alles. Niemand sonst.
So haben auch die Apostel gedacht. Sie verstehen nicht, was Jesus mit der Frage will: Wer hat mich berührt?
Aber Jesus zeigt uns zwei entscheidende Ding: Ersten hört er einfach über die Frage und die Einwände der Jünger hinweg. Das sollten wir viel öfter tun. Es lohnt sich nicht immer und jedes Mal, große Diskussionen anzufangen. Wenn es um den innersten, eigenen Glauben geht, dann darf man Kritiker und Zweifler auch einfach "überhören". Gerade die sogenannten modernen Menschen, die Aufklärer und die religiösen Besserwisser können einem normal Glaubenden ganz schön den Kopf verdrehen. Hören sie einfach nicht hin. Das hat Jesus auch nicht getan. Hauptsache, man behält ein offenes Ohr für Gott und seine Kirche.
Und zweitens: Jesus bezeichnet selbst den Aberglauben der Frau als "einen Glauben, der dir geholfen hat". Also doch!
Es gibt keine geheime Kraft im Gewand Jesu. Es ist der Glaube an die Göttlichkeit Jesu, die dem Zeichen der Berührung Kraft und Heilung verleiht.
Es hilft also doch, sich mit Weihwasser zu bekreuzigen: Wenn wir glauben. Wenn wir an Gottes Macht glauben, dann schützt auch eine Christopherus Medaille im Auto, ein Wettersegen und ein Kreuz in jedem Zimmer; dann haben Reliquien und Andenken einen guten Platz in unserem Leben. Wenn wir so wie die Frau im Evangelium, unsere erste Hoffnung auf Gott setzen, dann kann alles das Heil vermitteln, das Gott uns schenkt.
Zurück zum Seiteninhalt